Logo: RheumaGuide

Riesenzellarteriitis (RZA)Nach wie vor hohe kumulative Kortisonexposition beim RZA-Management

02.10.2026Ausgabe 5/20262min. Lesedauer

Glukokortikoide (GC) sind weiterhin der Eckpfeiler der Therapie nach Diagnose einer Riesenzellarteriitis. Allerdings sollten sie möglichst bald ausgeschlichen werden. Hier gibt es nach den Ergebnissen einer nationalen französischen Studie Nachholbedarf, trotz Verfügbarkeit GC-einsparender Therapieoptionen wie Tocilizumab und Methotrexat.

Den aktuellen Daten zufolge erreicht auch bei Patienten mit einer RZA-Diagnose im Jahr 2022 die kumulative 2-Jahres-GC-Dosis im Schnitt 7,6 Gramm (g). Dies sei beträchtlich, schreiben die Autoren, und habe ungünstigen Einfluss auf die Prognose. Eine Exposition mit Tagesdosen > 5 mg/Tag wurde mit einer erhöhten Gesamtmortalität assoziiert. Mit jedem zusätzlichen Gramm der kumulativen GC-Dosis stieg die Mortalität (HR pro g 1,024; 95% CI: 1,021-1,027). Aber auch eine kumulative jährliche GC-Exposition mit Tagesdosen ≤ 5 mg/Tag habe sich nicht als sicher erwiesen, betonen die Studienautoren. Sie korrelierte mit einem erhöhten Risiko für Infektionen (HR 1,13; 95% CI: 1,00-1,29) und schwere kardiovaskuläre Ereignisse (HR 1,04; 95% CI: 1,01-1,08). In der Studie wurden Daten von 18.301 RZA-Fällen ausgewertet, die in den Jahren 2010 bis 2022 in Frankreich diagnostiziert worden waren. Es zeigten sich im zeitlichen Verlauf positive Trends, etwa eine schnellere Reduktion hoher GC-Dosen. Dies korrelierte mit einem stetig zunehmendem Einsatz von Tocilizumab bis auf mehr als 25% der Behandelten im Jahr 2022. Auch der MTX-Einsatz nahm zu bis zu einem Plateau von unter 20% in den Jahren 2020 bis 2022. Die mediane Zeit bis zu einer anhaltenden GC-freien Remission nahm von 2,61 Jahren in der Periode 2015 bis 2015 auf 2,17 Jahre in der Periode 2020 bis 2022 ab. Faktoren, die mit einer verlangsamten Zeit bis zur GC-freien Remission einhergingen, waren Alter ≥75 Jahre, Hypertonie, neurokognitive Störungen, chronische Nierenerkrankung, Neuropathie und hohe GC-Dosen zu Beginn.

Quelle
  • Beydon M, Lacaille D, Fautrel B et al. Glucocorticoid in giant cell arteritis: real- world treatment patterns over time and associated burden in a nationwide hospital-based study within the French health insurance database. RMD Open 2026;12:e006866. doi.org/10.1136/rmdopen-2026-006866

(ID:50960180)