Axiale Spondyloarthritis (axSpA)Bis zur Diagnose einer axSpA vergehen über 7 Jahre
Eine weltweite Online-Befragung von 5.327 axSpA-Patienten aus 27 Ländern hat große Defizite bei der Früherkennung der Erkrankung bestätigt. Im Schnitt vergingen zwischen Symptombeginn und Diagnosestellung mehr als 7 Jahre. Besonders groß waren die Diagnoseverzögerungen bei frühem Symptombeginn, weiblichen Patienten, Diagnosestellung durch einen Rheumatologen und Vorliegen einer Uveitis als Komorbidität.
Die Studienergebnisse basieren auf Daten der International Map of Axial Spondyloarthritis (IMAS), einer internationalen Forschungsgemeinschaft. An der Online-Erhebung nahmen 3.294 axSpA-Patienten aus Europa, 752 aus Nordamerika, 590 aus Asien, 545 aus Lateinamerika und 146 aus Afrika teil. 55,4% der Befragten waren Frauen, 71,1% waren HLA-B27-positiv und die Symptomdauer betrug zum Zeitpunkt der Befragung 17,1 (+/- 13,3) Jahre. Die Patienten waren nach eigenen Angaben bei Beginn der Symptomatik im Mittel 26,8 Jahre (+/- 11,3) und bei Diagnosestellung 34,2 Jahre (+/- 11,4) alt. Daraus ergibt sich eine diagnostische Verzögerung von im Schnitt 7,4 Jahren (im Median 4,0 Jahre). Regional gab es deutliche Unterschiede: Am größten waren die Diagnoseverzögerungen in Südafrika (im Mittel 10,8, im Median 4,0 Jahre), am geringsten in Indien (4,2 bzw. 2,0 Jahre). In Europa vergingen bis zur Diagnosestellung im Schnitt 7,7 Jahre (im Median 5,0).
Als signifikante Risikofaktoren für eine späte Diagnosestellung erwiesen sich ein früher Symptombeginn (im Alter < 18 Jahre vergingen im Mittel 12,8 +/- 11,6 Jahre), weibliches Geschlecht (8,5 +/- 9,7 vs. 6,1 +/- 7,8 Jahre bei Männern), Vorliegen einer Uveitis (8,7 +/- 9,3 vs. 7,1 +/- 9,3 Jahre ohne Uveitis), zunehmende Zahl von aufgesuchten Ärzten vor Diagnosestellung (3 oder mehr: 9,7 +/- 9,7 Jahre bis zur Diagnosestellung) und Diagnosestellung durch einen Rheumatologen. Dies sei vermutlich damit zu erklären, dass vor allem schwierige Fälle zu Fachärzten überwiesen worden seien, schreiben die Studienautoren.
Verbessertes Training nicht-spezialisierter Ärzte zu den red flags der axSpa sei nötig, um die Diagnoseverzögerungen zu reduzieren, schreiben die Wissenschaftler. Zum Beispiel sollte bei Vorliegen einer Uveitis in Kombination mit Rückenschmerzen eine frühzeitige Überweisung zum Rheumatologen erwogen werden. Wartezeiten > 7 Jahre bis zur Diagnosestellung seien inakzeptabel und mit schlechterem Ansprechen auf die Therapie und schlechterer Prognose assoziiert.
- Poddubnyy D, Garrido-Cumbrera M, Navarro-Compán V, et al. Diagnostic delay in patients from the International Map of Axial Spondyloarthritis: geographic, sociodemographic and disease-related factors. Rheumatology 2025; 64: 1873–1879. doi.org/10.1093/rheumatology/keae521
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