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Polymyalgia rheumatica (PMR)Leitlinie zur PMR wurde aktualisiert

28.01.2026Ausgabe 1/20262min. Lesedauer

Die Leitlinie zur Behandlung der PMR ist unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) auf Basis eines systematischen Literatur-Reviews von Studien des Zeitraums 7/2016 bis 1/2024 aktualisiert worden. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die Empfehlung von Interleukin-6-Rezeptor-Inhibitoren als ergänzende Therapie bei ausgewählten Patienten.

Unverändert wird empfohlen, dass unmittelbar nach Diagnosestellung eine Therapie mit Glukokortikoiden (15–25 mg Prednison-Äquivalent pro Tag) begonnen werden sollte. Die Dosis sollte im weiteren Verlauf unter Überwachung von Krankheitsaktivität und unerwünschten Wirkungen der Therapie kontinuierlich reduziert werden.

Eine ergänzende Behandlung mitInterleukin-6-Rezeptor-Inhibitoren (z. B. Tocilizumab, Sarilumab) soll bei rezidivierendem Verlauf angewendet werden und kommt bei ausgewählten Patienten mit neu aufgetretener Erkrankung und hohem Risiko für Glukokortikoid-induzierte Nebenwirkungen in Betracht. Alternativ können auch Methotrexat oder Rituximab erwogen werden.

In der neuen Leitlinie wird auch die anzustrebende Behandlungsdauer mit Glukokortikoiden (GC) empfohlen:

  • Die Dauer einer Glukokortikoid-Monotherapie sollte höchstens ein Jahr betragen;
  • bei einer begleitenden Biologika-Therapie sollten Glukokortikoide höchstens über 16 Wochen und bei einer Begleittherapie mit Methotrexat sollte eine individuelle Verkürzung auf 6 bis 8 Monate angestrebt werden.

Insbesondere älteren oder gebrechlichen Patienten sollte zusätzlich zur medikamentösen Therapie ein individualisiertes Übungsprogramm angeboten werden.

Eine Aktualisierung der letzten Leitlinie aus dem Jahr 2018 sei vorgenommen worden, weil trotz der relativ hohen Zahl von Betroffenen die Therapie im deutschsprachigen Sprachraum (aber auch europa- und weltweit) weiterhin noch sehr heterogen sei und neue Studien erschienen seien, schreibt die Leitlinienkommission.

Die PMR ist nach der Rheumatoiden Arthritis (RA) die zweithäufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung und betrifft fast ausschließlich Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Klinisch charakteristisch sind neu aufgetretene Schmerzen von entzündlichem Charakter im Schulter-/Beckengürtelbereich und eine ausgeprägte Morgensteifigkeit. Es gibt eine enge Korrelation mit der Riesenzellarteriitis (RZA). Etwa 20% der PMR-Patienten haben auch eine RZA und etwa die Hälfte der RZA-Patienten weisen Symptome der PMR auf.

Die Häufigkeit der PMR wurde in Deutschland laut aktuellen Zahlen, basierend auf 1,7 Mio. Versicherten, bisher unterschätzt. Nach den neuen Zahlen lag im Jahr 2021 die Inzidenz der Erkrankung bei 111 und die Prävalenz bei 937 pro 100.000. Diagnose und Therapieeinleitung erfolgten am häufigsten von Allgemeinärzten.

Quellen

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